Donnerstag, 20. März 2003

Der Narr der Frösche

Es war einmal eine hübsche, junge Prinzessin, die auf Traumesschwingen über die hohen Berge bis weit hinein ins Land des blauen Märchenwalds geflogen kam. – Unsterblich sie sich verliebte in einen verwunschenen Prinzen.
Vielleicht dies ein grober Fehler war: Er küßte sie und nicht sie ihn. – So blieb der Prinz ein Frosch und seine Seele trostlos. – Und der Unglückliche küßte die Traurige wieder und wieder, doch das Wunder nicht geschah.
Ein paar Jahre gingen ins Land – er hüpfte viel, er hüpfte weit – und quakte, quakte, quakte. – Nein, nie er wohl wirklich verstand, warum gerad´ ihn die Schöne aus dem fernen Sonnenland so liebte.
Eines Morgens, sie saßen wohl noch traut am Brunnenrand (möglich, daß an jenem Tage er bereit gewesen wär´ ein erstes Mal für ihre zarten Küsse), da stieß sie ihn mit leichter Hand in dunkle Tiefe. – Im Fallen der Verwunschene erschrak: In der Liebe gibt es keine Gründe.